Slowakisch und Slowenisch werden immer mal wieder verwechselt. Es ist vielleicht auch verständlich, wenn man bedenkt, dass sich die Sprachbezeichnungnen so sehr ähneln. Selbst in den jeweiligen Sprachen besteht der Unterschied in einem einzigen Buchstaben – Slowakisch heißt auf Slowakisch slovenčina und Slowenisch heißt auf Slowenisch slovenščina.
Doch das war’s dann auch mit den Ähnlichkeiten.
Obwohl beide Sprachen zu der slawischen Sprachenfamilie gehören, können sich die Sprecher untereinander nicht ohne weiteres verständigen.
Sicher gibt es viele Wörter, die einen ähnlichen Wortstamm haben, bestimmt gibt es Ähnlichkeiten in der Grammatik, doch genauso gibt es auch wunderbare „falsche Freunde“, also Wörter, die zwar gleich klingen, aber eine ganz andere Bedeutung in der jeweils anderen Sprache haben. Mein Lieblingsbeispiel dafür ist das slowenische Wort für „Kind“ – die Slowenen sagen „otrok“, was wiederum auf Slowakisch „Sklave“ bedeutet.
Und Tschechisch? Das ist eine ganz andere Geschichte. Da die Tschechen und Slowaken gute 70 Jahre lang in einem gemeinsamen Staat gelebt haben, wo beide Sprachen gleichwertig waren, und somit die meisten Einwohner beide Sprachen zu hören und zu lesen bekamen, konnte man sich untereinander verständigen, obwohl es sowohl in der Lexik als auch in der Grammatik und Phonetik, von der Orthographie ganz zu schweigen, große Unterschiede gibt.
So heißt zum Beispiel die Heidelbeere auf Slowakisch „čučoriedka“, auf Tschechisch ist es „borůvka“. Kohl ist „kapusta“ oder „zelí“, Friedhof ist „cintorín“ oder „hřbitov“. Und solche Beispiele gibt es noch und nöcher.
Im Slowakischen gibt es den Laut „ô“, (ausgesprochen „uo“) und Tschechisch ist für sein „R mit Hatschek“ (ř) bekannt.
Im großen und ganzen kann man davon ausgehen, dass die Slowaken besser Tschechisch verstehen, als die Tschechen Slowakisch, da vor allem die jüngeren Tschechen wenig Kontakt mit der slowakischen Sprache haben und sie für sie fremder klingt.
Wie dem auch sei, es sind zwei eigenständige Sprachen in zwei eigenständigen Ländern. Es freut mich jedes Mal, wenn ich ein Unternehmen sehe, dass sich nicht nur auf eine tschechische Fassung ihrer Marketingtexte verlässt, sondern die potenziellen slowakischen Kunden mit guten slowakischen Texten anspricht. Es kommt noch nicht allzu oft vor, ist also ein klarer Wettbewerbsvorteil.

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